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Was ist Caching?

Kurz und bündig erklärt

Wenn Du Dich mit dem Google-Ranking Deiner Website beschäftigst, wirst Du recht schnell auf den Begriff Pagespeed stoßen. Und kurz darauf auf den Begriff Caching. Doch was genau ist Caching? Welche Formen von Caching gibt es? Und was bringt es? Wir beantworten Dir genau diese drei Fragen in dem nachfolgenden Artikel. 

Warum Deine Website-Geschwindigkeit so wichtig ist

Bei der ganzen Google-Optimierung vergessen Unternehmen immer wieder, worum es eigentlich geht: Dem Website-Besucher einen möglichst erfolgreichen Aufenthalt zu ermöglichen. Der Besucher sollte stets im Vordergrund stehen. Glücklicherweise sieht Google das genau so und passt seine Ranking-Algorithmen immer wieder an, damit ein gutes Google-Ranking gleichzeitig auch mit einer hohen User-Experience (UX), also Benutzer-Erfahrung einhergeht. 

Ein klassisches Beispiel dafür ist die Länge eines Artikels und die Keyword-Dichte. Nicht immer muss ein längerer Artikel der bessere sein. Google versucht vielmehr, so gut wie möglich den Mehrwert für den Besucher herauszufinden. Kurz und knackig kann da besser sein als lang und ausschweifend.

Ähnlich verhält es sich mit der Website-Geschwindigkeit, dem so genannten Pagespeed. Generell sei hier zunächst Folgendes gesagt:

  1. Ein schnelles, gutes Hosting ist immer wichtiger als ein gutes Caching-Plugin oder andere Geschwindigkeits-optimierenden Maßnahmen
  2. Der Pagespeed ist nur ein Faktor von vielen. Brauchst oder möchtest Du auf Deiner Website viele Effekte und Animationen, bremst das automatisch Deine Seite aus, kann aber trotzdem zu einem besseren Web-Auftritt und damit einer besseren User Experience führen.
  3. Die Absicht von Google liegt auch beim Pagespeed darin, den Besucher bei Laune zu halten. Wer bei einer Google-Suche einen Link anklickt und länger als drei Sekunden warten muss, bevor die Website sich öffnet, springt häufig wieder ab. In einer Studie betraf das 32 Prozent der Nutzer, wie man hier nachlesen kann. Zudem werden laut diesem Artikel Websites mit mehr als zwei Sekunden Ladezeit von den Crawlern,  (Googles Programme, die eine Website im Internet aufspüren und in das Google-Verzeichnis aufnehmen), komplett ignoriert. So weit gehen die Experten von SEO Südwest nicht, doch auch hier wirkt sich der Pagespeed auf das Crawling aus. 

Du siehst, es gibt durchaus Faktoren, die dafür sprechen, die Ladezeit und Geschwindigkeit Deiner Website so weit wie möglich zu optimieren. Eine der einfachsten und besten Möglichkeiten hierzu ist das Caching.

Was ist Caching?

Vereinfacht gesagt, geht es beim Caching darum, dass bestimmte Inhalte Deiner Website nicht bei jedem Besuch wieder den gesamten langen Weg der Datenabfrage durchlaufen müssen.

Caching ist also eine Art Abkürzung.

Ein Beispiel: Du möchtest eine WordPress-Website aufrufen. Also gibst Du im Browser die URL ein, die Browser-Anfrage wird an den Server hinter der URL weitergeleitet, der schiebt sie zur WordPress-Installation und die weiter zur Datenbank. Dort wird die gewünschte Information gefunden und verfolgt dann den ganzen Weg zurück bis zu Deinem Browser. 

Und das Ganze oft hunderte Male bei einem einzigen Website-Aufruf. 

Ein Caching-Plugin in der WordPress-Installation hilft nun, die gewünschte Information bereits an einer deutlich früheren Position dieser Kette zur Verfügung zu stellen, wodurch sich der Weg abkürzt und dadurch auch die Ladezeit verringert. 

Es geht beim Caching also vor allem darum, wiederkehrende Seitenaufrufe zu beschleunigen. Auch hier gilt wie oben beschrieben übrigens: Die Basis für eine schnelle Website ist ein schneller Host. Je schneller der Server auf die Browser-Anfrage reagiert und diese verarbeitet, desto schneller lädt die Website.

Welche Arten von Caching gibt es?

Prinzipiell gibt es vor allem zwei Arten von Caching zu unterscheiden: Das auf Deinem Server und das Deines Browsers. Außerdem gibt es eine weitere Form und Möglichkeit, um Deine Website zu beschleunigen, auf die wir hier aber nicht im Detail eingehen möchten, sogenannte CDNs (Content Delivery Network). Ein bekannter Anbieter ist hier Cloudflare. Die Idee hinter einem CDN liegt darin, Deine Website auf verschiedenen Servern (von Cloudflare) abzulegen und so besonders räumlich nahe und damit schnelle Zugriffe zu ermöglichen. CDNs lassen sich häufig auch mit Caching Plugins wie WP Rocket.

Doch zurück zu den Caching-Arten:

Caching-Plugins

Ein WordPress Caching-Plugin entspricht genau der oben genannten Vorgehensweisen. Es hilft, Deine Seiten vorzuladen und damit den Weg der Browser-Anfragen abzukürzen. 

Darüber hinaus bieten Caching-Plugins viele weitere Möglichkeiten, um Deine Website weiter zu beschleunigen. Dazu gehören das Zusammenfassen von CSS, das verzögerte Laden von Javascript und Bildern, die Komprimierung von Bilddateien, außerdem das Ausmisten der Datenbank und oft noch viele weitere Funktionen. Nicht alles ist sinnvoll, einige Funktionen können zu Einschränkungen bei der Website-Darstellung führen. 

Unter anderem aus diesem Grund hat sich in Webagentur-Kreisen das bereits genannte WP Rocket als Caching-Plugin etabliert: Es bietet etliche Einstellmöglichkeiten und hilft so, die Geschwindigkeit Deiner Website zu optimieren, ohne zu Darstellungsproblemen zu führen.

Browser-Caching

Einen anderen Weg verfolgt das Browser-Caching. Wie der Name unschwer vermuten lässt, ist dies eine Funktion Deines Browsers, die dafür sorgt, dass Daten lokal auf Deinem Rechner zwischengespeichert werden. Vor allem geht es darum um Dateien mit relevanter Größe, also Bilder und Videos. Werden diese im Browser gespeichert, müssen sie beim nächsten Website-Aufruf nicht vom Server geholt werden, was die Ladezeit ebenfalls erheblich beschleunigen kann.

Da dieses Browser-Caching unabhängig von der Website arbeitet, spielt es bei der Bestimmung der Pagespeed Deiner Website keine Rolle. Praktisch ist es trotzdem – und oft auch ein Grund mit dafür, dass Deine Website unmittelbar nach optischen Änderungen weiterhin in der alten Version dargestellt wird.

Caching kann beim wiederholten Besuchen einer Website die Ladezeit erheblich verringern.

Was bringt Caching?

Den Effekt von Caching erlebst Du in der Praxis tagtäglich, oft jedoch unbewusst. Öffnest Du eine Website zum ersten Mal, benötigt diese häufig etwas Zeit, bis sie vollständig geladen ist. Du bekommst einen Cookie-Banner (Consent-Tool) angezeigt, das Du weg klickst und beginnst dann auf der Webseite zu surfen.

Wenn Du nun auf den Aktualisieren-Button oben in Deinem Browser klickst, merkst Du sofort, dass die Webseite (dieses Mal auch nicht die Website, sondern tatsächlich diese eine spezifische Seite) sehr viel schneller lädt. Ein Beweis, wie gut Caching funktioniert.

Caching ist für jeden Website-Betreiber absolut sinnvoll. Es verbessert das Nutzer-Erlebnis, verbessert das Google-Ranking und die Ladezeit und führt im Fall von CDN und Browser-Caching zu weniger Traffic auf dem Server. 

Der einzige Grund, ein Caching-Plugin kurzzeitig zu deaktivieren, sind Änderungen an der Website. Bei aktiviertem Plugin zeigt der Browser oft noch die vorherige Version der Website. Sind die Änderungen abgeschlossen, sollte das Caching unbedingt wieder aktiviert werden.